Als die Männer des VVV am Freitag dem 17.04. sich auf dem Weg in die kleinste Halle der Erzgebirgsliga machten, ahnte man bereits, dass dieser Spieltag auf keinen Fall ein Selbstläufer sein wird. Von Anspannung dennoch keine Spur. Ausgelassen wie immer reiste das Team nach Bockau um gegen das Heimteam und die Nachbarn des TSV Zschopau anzutreten.

In der ersten Partie des Abends stellte der VVV das Schiedsgericht und pfiff ein überwiegend ausgeglichenes und spannendes Spiel des Gastgebers gegen die Herren des TSV. Dank eines konstant guten Spiels, aber vor allem dank überragender Aufschlagserien des Bockauer „Stiff“, entschied das Heimteam das Spiel für sich und ging als verdienter Sieger vom Feld.

Das zweite Match des Abends hieß somit Bockau gegen den Tabellenführer aus Venusberg. Mit dem Ziel auch wie ein solcher aufzutreten begannen die VVV`ler dementsprechend. Zwar griff die eigenen Stärke – ein zuverlässiger Angriff- nur selten, dennoch konnte der erste Satz knapp gewonnen werden. Mit der Zuversicht sich im Zweiten steigern zu können und einem „Das wird schon irgendwie laufen – Gefühl“ wechselte man die Seiten. Doch anders als geglaubt spielten nun die Bockauer. Gute Aufschläge, eine solide Feldabwehr und ein unheimlich dynamisch agierender Block bescherten den Gästen einen dauerhaften Rückstand, dem es hinterherzulaufen hieß. Die fehlende ernsthafte Motivation und die daraus resultierende Emotionslosigkeit auf Seiten des VVV ließ nicht den Eindruck gewähren, dass dieser wirklich etwas am Spielverlauf ändern wollte, weshalb der zweite Satz auch verdient an die Gastgeber aus Bockau ging.
Doch anders als erhofft begann auch der Dritte, wie der zweite Satz geendet hat. Venusberger die keine klaren Angriffe fabrizieren und Bockauer die hochmotoviert gegen einen Tabellenführer spielen, der sich nicht wie einer präsentiert. Und so kam es wie es kommen musste. Der VVV verzettelt sich wieder und wieder in Unabgestimmtheit, amateurhaften Fehlern und Unabgeklärtheit. Bockau siegt damit im dritten Satz verdient mit 2:1 gegen das Team aus Venusberg, welche es damit unnötig spannend machen im Meisterschaftsrennen.

Nun hieß es dennoch sich aufzubäumen. Moral zu beweisen. Wie Oliver Kahn sagen würde: „ Eier, wir brauchen Eier!“ Das zweite Spiel gegen den (sympathischen) Rivalen aus Zschopau war trotzdem noch von der Niederlage gegen die Gastmannschaft geprägt. Es läuft nicht. Gewohnte Mechanismen fehlen – Routine ist ein Fremdwort. Der TSV, der verantwortlich ist für eine der beiden Niederlagen aus der Hinrunde (im heimischen Hexenkessel) zeigt eine solide Leistung und lässt den VVV ein um das andere Mal blöd aussehen. An einem Tag wie diesem gewinnt er, wie es für die Jungs aus Venusberg scheint, selbstverständlich den ersten Satz.
Jetzt zählt es für den Tabellenführer. All das, was in der Saison aufgebaut wurde, einzureißen, oder doch endlich sich zusammenzureißen und auch unter widrigen Bedingungen das Spiel für sich zu entscheiden. Und so kam es doch. Mit viel Wut im Bauch gelang es endlich zu alten Stärken zu finden und den Gegner ein um das andere Mal unter Druck zu setzen. Nicht zuletzt dank der mitgebrachten Unterstützung konnte die Stimmung von außen auf das Spiel umgesetzt werden. Ein heißes Spiel fand sein Ende in einem verdienten, aber vor allem erkämpften, 1:1 Satzausgleich.
Endlich traten die Herren vom VVV wie eine Mannschaft auf, die sie verkörpern. Mit Leidenschaft und Wille, statt mit Emotionslosigkeit und Tran, kämpfte man im dritten Satz um jeden Ball, feierte jede gelungene Aktion und trat als Team auf. Das Resultat ließ daraufhin nicht auf sich warten. Trotz einer engagierten Leistung der Männer des TSV wurde das Spiel durch die Nachbarn aus Venusberg bestimmt.
Als nun der letzte Ball des entscheidenden dritten Satz fiel feierte der VVV. Ausgelassen, nicht nur deshalb, weil der erste Platz dadurch gehalten wurde, sondern – viel wichtiger – aus moralischen Gründen in Hinsicht auf die kommenden beiden Partien.

Zum letzten Spieltag werden die Männer des VV Venusberg/ Drebach nach Breitenbrunn zum Gipfeltreffen reisen. Nicht auszurechnen wo die Stimmung liegen würde, hätte man beide vorherigen Duelle verloren.
Für den VVV war dieser Spieltag eine Lehre. Unglück und Glück zugleich. Ersteres deshalb, da man, dank des Patzers Wildenaus, mit einem 4 Punkte Vorsprung nach Breitenbrunn hätte reisen können. Glück – da aus der Niederlage die richtigen Lehren gezogen wurden. Diese umzusetzen gilt es jetzt.

An diesem Punkt möchten wir gern alle Volleyballbegeisterten dazu aufrufen mit uns am 9.5. nach Breitenbrunn zu fahren. Mit zwei Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten und Erzrivalen Antonsthal hat der VVV in diesem Jahr alle Trümpfe in der Hand die Meisterschaft in der Erzgebirgsliga klar zu machen. Mit einer stimmungsvollen Kulisse und einem Spiel, das diese rechtfertigt, wollen wir das Ende dieser Saison zelebrieren. Dem 9.5. des Jahres 2015 fiebert der VVV schon lange entgegen. Das Team der ersten Mannschaft wird daher nichts unversucht lassen um bis dahin alles umzusetzen was er aus dem vergangenen Spieltag gelernt hat. Das Ziel ist nicht nur Traum, es ist Obsession.

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